15/12/2025
Ausbrecherkönig Tookie - und zum Schluss wird alles gut
Der Appenzeller-Rüde Tookie kam über die Stadtpolizei St. Gallen zu uns. Er lebte zuvor mit einem obdachlosen Mann in dessen Auto, bis dieser sich dazu entschloss, ihn abzugeben.
Als Tookie bei uns ankam, war er ein Häufchen Elend – verängstigt, misstrauisch, und alles um ihn herum schien ihm gefährlich. Eine Beziehung zu den Pflegerinnen und Pflegern aufzubauen schien anfangs unmöglich.
Und Tookie hatte seinen eigenen Kopf Bereits in den ersten Tagen gelang ihm das, was bei uns eigentlich niemand mehr schafft: Er fand eine winzige Schwachstelle im Maschendrahtzaun, riss das Gitter mit purer Panik und Kraft auf und zwängte sich durch das kleine Loch. Dabei schlüpfte er sogar aus seinem Halsband samt Schleppleine!
Wir konnten gerade noch sehen, in welche Richtung er davonlief. Unsere Heimleiterin Cathrin Zimmermann – selbst erfahren in der Tiersuche – nahm sofort die Verfolgung auf, doch Tookie war zu schnell. So begann eine aufregende und nervenaufreibende dreitägige Einfangaktion.
Wir informierten Dorfbewohner, Wildhüter, Jäger und die Gemeinde – und waren überwältigt von der Unterstützung 🫶! Fast minütlich kamen Sichtungsmeldungen, wofür wir uns nochmals von Herzen bedanken möchten. Ihr wart grossartig! ❤️
Tookie liess sich nicht anlocken, nicht beruhigen, und blieb doch in der Nähe des Dorfes – immer wieder tauchte er kurz beim Tierheim auf, als wollte er sagen: „Ich bin noch da, aber noch nicht bereit.“
Nach dem ersten Tag beschlossen wir, eine Hundefalle einzusetzen. Dank lieben freiwilligen Helfern wurde diese schnellstmöglich organisiert und geholt. Wir stellten die Hundefalle beim Tierheim auf, inklusive Kameraüberwachung. Unsere Heimleiterin Cathrin Zimmermann bereitete abends eine feine duftende Fleischsuppe zu und legte Spuren in alle Richtungen zur Falle.
Die erste Nacht blieb ruhig – doch wir wussten, Tookie ist noch da. In der zweiten Nacht dann: Tookie kam zurück – hungrig, vorsichtig, aber neugierig. Er ging in die Falle, und endlich war er gesichert! Was für eine Erleichterung für das ganze Team!
Es brauchte viel Geduld, Zeit und Vertrauen, bis Tookie wieder lernen konnte, Menschen zu vertrauen. Unsere Heimleiterin nahm ihn vorübergehend mit nach Hause, um ihn Schritt für Schritt aufzubauen. Und es hat sich gelohnt: Ein Tierarzt aus der Region verliebte sich in ihn – heute führt Tookie bei ihm und seiner Partnerin ein glückliches, normales Hundeleben.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die in irgendeiner Form mitgeholfen haben – bei der Suche, beim Füttern, beim Daumendrücken. Ohne euch wäre diese Geschichte anders ausgegangen. ❤️🐾👍
"Sie recyceln. Wir spenden." ein gemeinsames Projekt der Kuster Recycling Ebnat-Kappel & Wil sowie dem Tierheim Nesslau. Den ganzen Dezember über spendet die Kuster Recycling 10 Rappen pro Kilo abgegebener Elektro-Altgeräte an das Tierheim Nesslau.