08/08/2026
Sonntagsfahrverbot gelockert – und damit ist das Problem gelöst? Wohl kaum!
Wegen des Niedrigwassers am Rhein wird das Sonntagsfahrverbot gelockert. Politisch klingt das nach einer schnellen und pragmatischen Lösung. Mit der Realität in der Logistik hat das allerdings nur bedingt zu tun.
Denn woher sollen die zusätzlichen Transporte kommen?
Die Logistikbranche hat keine Reserveflotte mit hunderten Fahrern, die nur darauf wartet, sonntags auf die Straße geschickt zu werden. Im Gegenteil: Fahrermangel, Fachkräftemangel und eine angespannte Personalsituation sind längst Alltag.
Die meisten Logistikunternehmen sind mit ihren vorhandenen Kapazitäten ohnehin voll ausgelastet. Die Auftragsbücher sind voll, die Fahrzeuge laufen und das Fahrpersonal arbeitet vielerorts bereits am Limit.
Und dann kommt die Politik und sagt sinngemäß:
„Dann fahren wir eben sonntags.“
Das ist keine Lösung für fehlende Kapazitäten. Das ist Symptombekämpfung.
Wer keine Fahrer hat, kann auch am Sonntag keinen Lkw bewegen. Eine Lockerung des Fahrverbots schafft weder zusätzliche Fahrer noch zusätzliche Fahrzeuge.
Und diejenigen, die tatsächlich davon profitieren, sind eben nicht automatisch repräsentativ für die gesamte Branche.
Für uns ist deshalb klar: Unsere Fahrer bleiben am Wochenende zu Hause. Und das bleibt auch so.
Nicht weil wir uns vor Arbeit drücken. Sondern weil unsere Mitarbeiter eh schon GENUG leisten.
Wer ständig über Fachkräftemangel spricht, gleichzeitig aber erwartet, dass die vorhandenen Fachkräfte bei jeder Krise zusätzlich am Wochenende ranmüssen, hat das Problem offensichtlich nicht verstanden.
Natürlich muss bei außergewöhnlichen Situationen reagiert werden können. Aber politische Entscheidungen sollten sich an den tatsächlich verfügbaren Kapazitäten orientieren – und nicht an der Vorstellung, dass man ein strukturelles Problem einfach per Verordnung lösen kann.
Die Politik kann das Sonntagsfahrverbot lockern.
Sie kann aber keine Fahrer herbeizaubern.